By:  Frank Ipach - March 30, 2008

Someday, Jezebel Records, Inc. - 2008

Frank Carillo Vocals, Electric & Acoustic Guitars, Harmonica, Laud, Hammond Organ
Andrew Carillo Electric & Acoustic Guitars
Karl Allweier Upright Bass
Eddie Seville Drums, Backing Vocals
Norman Deltufo Percussion
Augie Meyers Hammond Organ, Piano

Produziert von: Paul Orofino Länge: 51 Min 06 Sek Medium: CD

01. Roll The Bones
02. Everything Changes
03. Lucky (If You Can Breathe)
04. Someday 11. Don't Get Sammy Started
05. Somebody Poisoned The Well
06. Gotta Be You 13. The Blue Room
07. The Way Out 14. Glass Heroes
08. Darkness Everywhere
09. I'll Stay Right Here
10. Eastern Time
11. Don't Get Sammy Started
12. Burn The Whole House Down
Wenn man sich Frank Carillos Biografie durchliest, kommt man unweigerlich zu dem Schluß, dass der Mann wohl auch schon so langsam auf die Sechszig zugehen muss.  Immerhin arbeitete er als junger Gitarrist bereits 1972/73 an Peter Framptons frühen Soloalben mit.  Ende der Siebziger dann 2 Soloalben für Atlantic Records mit achtbarem Erfolg in den USA.  Später dann Kollaborationen u.a. mit Carly Simon und JOAN JETT & THE BLACKHERATS.  In den Neunzigern gemeinsame Arbeiten mit GOLDEN EARRING und der holländischen Sängerin Anouk.  Tja, und dann spielt Frank hin und wieder auch noch in John Hammonds Tour-Band.  Na, wenn das nicht aller Ehren wert ist.
Doch lassen wir die Vergangenheit ruhen und konzentrieren uns auf Carillos zweites Soloalbum innerhalb des neuen Jahrtausends.  "Bad Out There", Ende 2005, wusste ja schon sehr zu gefallen und Frank Carillo & The Bandoleros' Live-Performance im Weseler KARO (Anfang 2006) bleibt ein unvergessen tolles Konzerterlebnis, das bis heute nach Wiederholung schreit.
"Someday" nennt sich nun Carillos aktuellstes Werk, und, ich darf es vorweg nehmen, es ist absolut gelungen. Ein echtes Top-Album.  Roots-Rock vom Feinsten.  Franks Stammband THE BANDOLEROS sind auch weiterhin unverändert mit am Start, insbesondere auch Frankies jüngerer Bruder Andrew, der auf zahlreichen Tracks, neben dem großen Bruder, das eine oder andere wunderbare, kleine, sehr geschmackvolle Gitarrensolo einstreut, um den ohnehin guten Songs noch ein wenig mehr Pfeffer in den Allerwertesten zu blasen.  Volltreffer.  Auffällig an "Someday" erscheint mir Tatsache, dass Carillo noch einen Tick besser, rauer und intensiver singt als noch zuletzt auf "Bad Out There".  Ein weiterer Pluspunkt.
"Someday" wartet mit 14 Titeln auf, und, glaubt es mir, es findet sich kein Ausfall darunter. All killers, no fillers.  Natürlich gibt's Favoriten, wie z.B.  Somebody poisoned the well, Darkness everywhere, Don't get Sammy started oder Glass heroes, doch alles in allem bietet diese formidable Langrille eine 50-minütige Rock-Show, die, ohne jemals zu langweilen, unterschiedlichste Facetten des Künstlers Frank Carillo präsentiert.  Ein Americana-Mix aus den bewährten Zutaten Rock, Blues, Country und Folk, der manchem oberkritischen Geist möglicherweise zu klischeehaft erscheinen mag, für Genre-Fans aber im wahrsten Sinne des Wortes eine runde Angelegenheit bietet.
Carillo zeigt sich recht grüblerisch, seine nachdenklichen Texte lassen immer wieder eine gewisse Weltverdrossenheit durchschimmern.  Doch der Amerikaner mit italienischen Vorfahren findet seinen Frieden letztlich in der Gewissheit, dass sich eines Tages alles zum Guten wenden wird:  "Now see that light inside your head.  If you close your eyes you see the light inside your head.  You're gonna have to really look so hard but that's the shining light of God" (Textzeilen aus dem Titelsong Someday).  Der Glaube ist des Menschen Himmelreich.
Letztlich überzeugt "Someday" mit zahlreichen fetten Hooklines, die der guten alten Rocktradition geschuldet sind und in jedem verdammten Rock-Radio ( ... und die gibt's ja gottlob immer noch) der Welt seine Hörer finden sollte.  Wer sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten mit Musikern wie Tom Petty, John Mellencamp, John Hiatt, Bob Seger, Bruce Springsteen, Pete Droge, Ryan Adams, Neal Casal, Todd Thibaud, Elliott Murphy und wie sie alle heißen, anfreunden konnte, muss Frank Carillo einfach eine Chance geben.  Frank's the man.  Bleibt zu hoffen, dass Carillo und seine Band im Laufe des Jahres unsere deutschen Bühnen erneut beehrt.


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