Frank Carillo And The Bandoleros / Someday

Written by:  Joachim "Joe" Brookes on March 26, 2008
Wer sich nicht für Frank Carillos Roots Music begeistern kann, muss mit dem Klammerbeutel gepudert sein.  Seit über 35 Jahren in der Musik-Szene mit sehr unterschiedlichen Künstlern aktiv, ist er, ähnlich wie John Martyn, ein von Kritikern Hochgelobter, ansonsten allerdings Geheimtipp.
1973 gründete er Doc Holiday, spielte mit zig Musikern und Bands, unter anderem Golden Earring.  Was wäre geschehen, wenn er seinerzeit wirklich als Support bei einer Nordamerika-Tour für Led Zeppelin gespielt hätte. 7nbsp;Die Tour wurde abgesagt, weil Robert Plants Sohn starb.
"Someday" ist der Nachfolger von Bad Out There und liefert dem geneigten Hörer wieder 14 Songperlen aus dem Roots-, Americana- und Blues-Bereich. Handgemachte Musik, die Herz und Seele trifft.
Im Line-up befindet sich auch sein Bruder Andrew Carillo, der so ziemlich alles spielt, was Saiten hat.  Als Gast haut Augie Meyers (Willie Nelson, Bob Dylan, John Hammond) in die Tasten.
Eine gelungene Mischung aus E-Gitarre und Akustischer bietet der rockige Opener "Roll The Bones".  Der Refrain verleitet zum Mitsingen und die knarzige Lead-Gitarre spornt die Laune auf Mehr an. Herrlich, wie Karl Allweiers Kontrabass rüber kommt.  In ähnlichem Fahrwasser befindet sich "Everything Changes".  Die Band als Einheit hinter dem Protagonisten. Laute Gitarre, so mögen wir es.
Augie Meyers zum Ersten: Für "Lucky (If You Can Breathe)", mit einem typischen Carillo-Groove augestattet, nimmt er hinter der Hammond Platz und es ist zum mit der Zunge schnalzen, wie Andrew Carillos Bariton-Gitarre und Meyers' Orgel unisono solieren.  Für den Titeltrack lässt der Protagonist den Blues raushängen.  Er spielt eine süffige Harp und der Song ist ein brillanter akustischer 12-Takter.  Sparsame Drums und wieder ein furchterregend guter Karl Allweier am Bass.
Mit einer kräftigen Portion Rock'n'Roll ist "Gotta Be You" gewürzt. Meyers klimpert ein vortreffliches Honky-Piano und Bruder Andrew slidet prächtig.  Schade, ein wenig kurz, dieser Song, allerdings gibt es ja noch einiges mehr auf die Ohren.
Z.B. "Don't Get Sammy Started".  Wow, dieser Song holt einen definitiv aus der morgendlichen Lethargie.  Einfach toll und bei Frank Carillo scheint es so einfach zu sein, hochklassige Songs zu schreiben sowie diese mit seinen Bandoleros in Hörerlebnisse umzusetzen.
Mit "Burn The Hole House Down" geht man etwas ruhiger zur Sache.  Carillos Solo ist ausgiebig und herrlich.
Die Bandoleros gönnen sich im letzten Song von "Someday" eine Pause.  Der Amerikaner begleitet sich auf der akustischen Gitarre und singt über "Glass Heroes":  "One by one I've watched them go They disappeared like puffs of smoke Another pretty story to be told And all this time I fooled myself Into believing something else As I slowly watch the circle close."
Ebenfalls sparsam instrumentiert ist "I'll Stay Right Here".  Zur Akustischen gesellt sich Andrews Lap Steel.  Karl Allweier singt die Backing Vocals in dieser Ballade, die eine wunderschöne Atmosphäre ausstrahlt.
Vergleichbar geht es in "Darkness Everywhere" zu.  Musik auf ganz hohem Niveau! Noch mehr?
Dann sollte man sich einfach das mit fünf Minuten etwas länger ausgefallene "The Way Out" anhören.
Mit "Someday" hat Frank Carillo ein weiteres Kunstwerk geschaffen, bei dem Durchhänger zu einem Fremdwort werden und die 9 von 10 RockTimes-Uhren vergibt man liebend gerne. Jetzt muss er in unseren Breitengraden nur noch live zu bewundern sein.

Line-up:
Frank Carillo (vocals, acoustic guitar, electric guitar, Hammond organ, harmonica)
Andrew Carillo (acoustic guitar, electric guitar, baritone guitar, mandolin, Lap Steel)
Karl Allweier (upright bass, backing vocals)
Eddie Seville (drums, backing vocals, acoustic slide guitar - #4)
Norman Deltufo (percussion, backing vocals)
Guest:
Augie Meyers (Hammmond organ, piano)


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